Waldorf Cottbus e.V.

Presse

Schule fürs Leben, mit Herz und Verstand

Beitrag aus dem regionalen Familien- und Elternmagazin "lausebande" Winterausgabe 2017/18

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Sonderfahrt für die "Linie 1"

aus Lausitzer Woche, 07. Oktober 2017

e-paper Lausitzer Woche Seite 14 (lesen)

 

Linie 1 Waldorf Cottbus Lausitzer Woche Stadthalle

 

Cottbuserin Linda Helterhoff singt sich in die "The Voice"-Battles

aus NIEDERLAUSITZ aktuell, 17. November 2017

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Sonderfahrt für die "Linie 1"

aus Lausitzer Woche, 07. Oktober 2017

e-paper Lausitzer Woche Seite 14 (lesen)

Linie 1 Waldorf Cottbus Lausitzer Woche Stadthalle

Kultmusical "Linie 1": Zusatzaufführung wegen großer Nachfrage

Niederlausitz Aktuell, 04. Oktober 2017

www.niederlausitz-aktuell.de (lesen)

Linie 1 Waldorf Cottbus Stadthalle Cottbus

"Linie 1" macht Station in Cottbus

aus "Wochenkurier", 30. Juni 2017

e-paper Wochenkurier Seite 7 (lesen)

Cottbuser Bahnfahrt im Rausch der Gefühle

aus "Lausitzer Rundschau", 24. Juni 2017

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Schüler der 12. Klasse der Freien Waldorfschule Cottbus proben in diesen Tagen gemeinsam mit Musikstudenten der BTU Cottbus-Senftenberg das Kultmusical "Linie 1". Samstag gibt es Szenen daraus auf einer Sonderfahrt in einer historischen Straßenbahn durch die Cottbuser Innenstadt zu erleben. Aufgeführt wird das Stück dann ab 4. Juli im Glad House. "Mädels, seid ihr denn heute alle erkältet", ruft Musiklehrer und Regisseur Dirk Ibbeken zu den Schülern auf die Bühne. Gerade laufen in der Turnhalle der freien Waldorfschule in Cottbus die Proben für ein außergewöhnliches Stück, das Kultmusical "Linie 1". Seine Frage wirkt schroff, doch er meint es eher humorvoll. Ibbeken will die Zwölftklässler zu Höchstleistungen animieren. Szenen werden zweimal, dreimal wiederholt, bis Gesang und szenische Darstellung harmonieren. Begleitet wird die Klasse von Musikstudenten der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg. Es ist der Tag vor der ersten öffentlichen Darbietung. Einzelne Szenen des Stücks sollen am Samstag während einer Rundfahrt mit einer historischen Straßenbahn in Cottbus geladenen Gästen präsentiert werden. Kostümierte Darsteller an der einen oder anderen Haltestelle sind dann sicher keine Seltenheit."Wir planen seit einem Jahr mit dem Stück und sind etwa seit einem Monat in den szenischen Proben", sagt Ibbeken. Der Musiklehrer hat das Originalmusical von Volker Ludwig und Birger Heymann in den 80er Jahren mehrfach gesehen und war sofort begeistert. "Diese Begeisterung konnte ich nun auf meine Klasse übertragen", so Ibbeken. Der Inhalt ist recht schnell erzählt: Es geht um ein verliebtes Mädchen aus dem Westen in den 80 er-Jahren, das ihr Herz an einen Sänger verloren hat. Dieser will sie aus der Provinz nach Berlin holen. Natürlich trifft sie ihn am Ende, doch bis dahin sind einige Irrungen und Wirrungen zu durchstehen. Herzschmerz und Emotionen garantiert! Auf dem Weg nach Berlin macht das junge Mädel allerlei Bekanntschaften mit den ausgefallensten Charakteren. Da ist der Obdachlose und der in Altersarmut lebende Typ, da sind Nazis und Spießbürger, da geht es um Drogensüchtige und kaputte Ehen. Die gesamte Palette der Gesellschaft. "Es könnte kaum aktueller zugehen", sagt Dirk Ibbeken.Auf der Bühne werden derweil Toneinspielungen simuliert und typische Verhaltensmuster in einer Bahn nachgeahmt. Heute wird noch improvisiert, das sieht dann einen Tag später schon anders aus, wenn alles vom Band oder live ertönt. Alle Schüler haben sichtlich Freude bei den Vorbereitungen. "Für uns ist es absolut neu, dass wir ein Musical einstudieren und aufführen", sagt Jonas Kempe. Der Schüler hat soeben einige schwierige Bewegungsabläufe auf die Bühne gezaubert. Clara Last spielt das Mädel aus der Provinz. Ihr gefällt vor allem die Mischung aus Gesang und Schauspiel. "Wir sind eine gesangsstarke Klasse, da macht es dann besonders viel Spaß", sagt die Zwölftklässlerin. Reizvoll sei auch das Aufeinandertreffen mit den unterschiedlichen Charakteren. Auch Judith Küchler mag diese Vielfalt und den Mix aus Choreografie, Gesang und Schauspiel. "Noch bin ich nicht aufgeregt, aber das wird sich bei der Fahrt mit der Straßenbahn und dann zur eigentlichen Aufführung sicher ändern", so die Schülerin. Das Musical "Linie 1" wird dann vom 4. bis 7. Juli jeweils um 19 Uhr im Glad House aufgeführt. Karten gibt es unter anderem bei Cottbusverkehr im Vorverkauf für acht, an der Abendkasse für zehn Euro. Gefördert wird "Linie 1" von der Stiftung Lausitzer Braunkohle

Kein Asyl für Wali - Die Geschichte einer Ablehnung.

Radio Fritz vom rbb

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Foto: Radio FritzKein Asyl für Wali - Die Geschichte einer Ablehnung. Wali ist 19 Jahre alt, kommt aus Afghanistan und lebt seit anderthalb Jahren in Cottbus. Dort hat er Freunde gefunden, besucht die Waldorfschule und ist Mitglied im Fußballverein. Doch all das muss er eventuell schon sehr bald wieder aufgeben. FritzReporterin Henrike Möller hat er seine Geschichte erzählt. Der Tod wartet daheim "Ich habe drei Tage nicht geschlafen", fallen schwere Brocken von Wörtern aus Walis Mund. Ganz ruhig und gefasst wirkt er äußerlich - ganz so, als würde ihn die Situation gar nichts angehen. Man kann nur vermuten, dass er Schutz in der gedanklichen Flucht sucht. Denn was ihn in seinem Heimatland erwarten könnte, würde jeden Menschen durchdrehen lassen. "Die Taliban würden fragen, wo ich war, mich fangen und töten", erzählt der junge Erwachsene über die Konsequenzen einer möglichen Rückkehr. Er habe in einem Restaurant in seiner Heimatstadt Kundus gearbeitet, bevor die Taliban die Stadt unter ihre Kontrolle gebracht haben und ihn zwingen wollten, sich ihnen anzuschließen. Walis Freunde wollen helfen. An der Waldorfschule Cottbus ist Wali herzlich empfangen worden. Die Schule hat ihn und sieben weitere Geflüchtete freiwillig aufgenommen. Hilfe vom Staat gibt es dafür nämlich nicht, da Wali mit 19 Jahren nicht mehr schulpflichtig ist. Gelungene Integration kann es aber ohne Bildung und ohne soziales Umfeld kaum geben. Mittlerweile ist der freundliche, junge Mann auf Geburtstagsfeiern ein gern gesehener Gast. Als Gastgeber präsentiert er selbst euphorisch Spezialitäten aus seiner Heimat. Deshalb wollen die Mitschüler und vor allem Walis bester Kumpel David die Abschiebung verhindern - mit einer Petition. Über 70.000 Unterschriften "Wir lassen uns unseren Freund nicht einfach so wegnehmen", lautet der Grundtenor. Gemeinsam protestiert die ganze Schule gegen die Abschiebung. Auf eine Online-Petition mit 70.000 Unterschriften folgte eine Hilfsaktion, bei der die Schüler 1000 Euro gesammelt haben. So viel kostet in der Regel ein Anwalt, der die Klage gegen die Ablehnung des Asylantrags übernimmt. Allein hätte Wali das wohl kaum geschafft. Wali ist natürlich unfassbar dankbar, denn er fühlt sich hier wohl. Er will gerne bleiben und eine Ausbildung zum Automechaniker machen. Die Zukunft des jungen Afghanen bleibt noch ungewiss. Die Klage verlängert seine Zeit in Cottbus aber um ungefähr ein Jahr. Solange kann es dauern, bis die geprüft ist, meint der Berliner Fachanwalt für Migrationsrecht Ernesto Grueneberg. Mehr als die Hälfte der Afghanen würden aktuell zurückgeschickt. Nur 43 Prozent dürfen bleiben. Widersprüchliche Einstufungen Walis erster Asylantrag wurde abgelehnt, da das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einige Provinzen von Afghanistan als relativ sicher bewertet. Ein neuer Bericht der Vereinten Nationen behauptet allerdings das Gegenteil und spricht von einer extremen Verschlechterung der Situation. Kundus, die Heimatstadt von Wali, droht beispielsweise wieder von den Taliban zurückerobert zu werden. Über die genauen Ablehnungsgründe bewahrt das Bundesamt Stillschweigen. Aktuell werden ungefähr die Hälfte aller Afghanen, die Asyl suchen, zurückgeschickt.

Foto: Radio Fritz

Junge Künstler wollen sich neu entdecken

aus "Lausitzer Rundschau", 10. Mai 2017

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Karolin Reiß war in der ersten 1. Klasse, die 1991 zur Gründung der Freien Waldorfschule eingeschult wurde und legte ihr Abitur 2004 ab.

Spremberg Das junge Künstler-Geschwisterpaar Karolin und Sebastian Reiß, das im Sommer 2016 die Räumlichkeiten im Spremberger Speicher bezogen hat, hat sich der Restaurierung – speziell Vergolder und Fassmaler – sowie der Kunst mit den Bereichen Bildhauerei, Fotografie und Zeichnung verschrieben. Beim Tag des offenen Ateliers haben sie sich der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sebastian Reiß an einer aktuellen Arbeit und seine Schwester Karolin.Die Voraussetzungen für das freie Schaffen fanden Karolin und Sebastian Reiß in der einstigen Tuchfabrik Schnabel in der Berliner Straße 8. Dieses Arbeitsfeld hier ermöglicht es ihnen, sich nach erfolgreicher Ausbildung und ersten Erfahrungen neu zu verorten und zu entwickeln. Karolin Reiß legte ihr Abitur an der Freien Waldorfschule in Cottbus ab und hängte ein Studium zur Gestalterin im Handwerk an der Akademie für Handwerksdesign in Hornbach bei Aachen dran. Weitere drei Jahre folgten als Vergolderin in Mannheim. Sie arbeitete in Wien und Mannheim an verschiedenen Restaurierungsprojekten. Drei Ausstellungen zeigte die junge Künstlerin bislang: ,,Manufactum" in Dortmund, ,,Talente" in München sowie ,,Kuckuck" in Aachen. Karolin Reiß: ,,Es gibt viele Bereiche, in den ich arbeite – von der Restaurierung über Fotografie bis hin zum Design. Das ist auch weiterhin mein Plan. Siebdruck, Zeichnen, Fotografieren und neue Techniken – alles will ich ausprobieren". Sebastian Reiß ging auf die Sportschule in Cottbus und machte hier sein Abitur. Er folgte eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten. Von 2010 bis 2014 absolvierte er ein Studium der Bildhauerei an der Edith-Maryon-Kunstschule in Freiberg und arbeitete dann bei Style Work in Cottbus als Bildhauer. ,,Was hält uns" ist der Titel seiner bislang einzigen Ausstellung, die er in Freiberg gezeigt hat. Sebastian Reiß: ,,Aus der Lausitz gegangen, bin ich zurückgekommen, um die Gegend, die Menschen und mich neu zu entdecken. Da ich nicht der große Redner bin, habe ich Bildhauerei gewählt, um mich auszudrücken und Menschen anzusprechen." Beim Tag des offenen Ateliers haben sich die jungen Künstler gern den Besuchern vorgestellt. Und sie denken schon weiter: Workshops und Symposien seien ihres Erachtens nicht nur für Leute da, die man schon kennt, sondern auch für Menschen vor Ort. Dadurch erweitere sich nicht nur das Netzwerk, sondern es entstehe ein Raum für Kultur für Jung und Alt. Den Entschluss, den Geschwistern die Räumlichkeiten im Spremberger Speicher zur Verfügung zu stellen, hat der Vermieter bis heute nicht bereut, denn das Konzept war es letztendlich, das Gefallen fand.

„Cottbuser singen für Flüchtlinge“

Unter dem Titel „Cottbuser singen für Flüchtlinge“ rezensierte die Lausitzer Rundschau am 10. April 2017 die Oper „Flüchtling“ und informierte auch über die Protestaktion. Unsere Schüler hatten die Gelegenheit, die Aktion nach der Premiere den Theatergästen zu präsentieren. Hier der Beitrag.

Die Protestaktion unserer Schüler fand auch im „Neuen Deutschland“ vom 11. April 2017 Erwähnung:

„Eine riesige Resonanz erzielten Schüler aus Cottbus, die sich für drei von Abschiebung bedrohte Mitschüler einsetzten. Ihre Onlinepetition brachte es auf über 70 000 Unterstützer. Fernsehen, Radio und Zeitungen berichteten. »Wir sind Schüler/innen aus der Oberstufe der Freien Waldorfschule Cottbus und setzen uns GEMEINSAM für unsere Mitschüler ein, die ein großer Teil unserer Schulgemeinschaft geworden sind und die wir nicht einfach so wieder gehen lassen!«

Großes Echo auf Protestaktion von Schülern gegen Abschiebung

Pressebeitrag Tagesspiegel, 08. April lesen.

Beitrag Deutsche Welle ansehen.

Beitrag rbb Brandenburg Aktuell, 28. März, ansehen.

Schüler unserer Schule starteten Unterschriftenaktionen und eine Petition gegen die Abschiebung ihrer afghanischen Mitschüler in ihr Herkunftsland. Die Petition und ein ausführlicher Beitrag in der Lausitzer Rundschau (lesen) erzeugte ein enormes Medienecho und Nachfragen weiterer Medien. Mehrere Fernsehsender riefen an. Einhelliger Tenor der Medienvertreter: Es scheint außergewöhnlich, dass sich Schüler ganz persönlich stark machen und hier engagieren. So war ein Team der Deutschen Welle, dem Auslandssender des Bundes, Mitte März vor Ort und drehte für einen ausführlichen TV-Beitrag sowie die Online-Redaktion. Angekündigt haben sich ebenfalls der RBB, Redaktion „Brandenburg Aktuell“, die Redaktion „Volle Kanne“ des ZDF sowie eine Redaktion aus München, die für das Kinderprogramm der ARD und für den Kika produzieren. „Checker Tobi“, eine Wissenssendung für Kinder etwa im Grundschulalter, plant eine Spezial-Folge anlässlich der Bundestagswahlen zum Thema Politik/ Wahlen/ Demokratie, die unter anderem eine Initiative vorstellen soll, bei der sich junge Menschen engagieren, sich einbringen und selbst etwas mitgestalten. Schüler der Freien Waldorfschule Cottbus als Beispiel für angewandte Demokratie und zivilen Ungehorsam – besser kann es wohl nicht gehen.

Stand 27. März: Die Petition „Stoppt die Abschiebungen unserer afghanischen Mitschüler!“ auf www.change.org hat fast 70.000 Unterstützer - ein sensationelles Ergebnis nach knapp drei Wochen Laufzeit.

Vom Bahnhof Zoo nach Cottbus verlegt

aus "Lausitzer Rundschau", 22. März 2017

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Foto: Elsner

Cottbus Jenny, eine junge Ausreißerin aus der Provinz ist auf der Suche nach ihrem Märchenprinzen, einem Rockmusiker. Sie landet um "Sechsuhrvierzehn" – nein, nicht wie mancher jetzt denkt, am Bahnhof Zoo im West-Berlin der 80er-Jahre, sondern mitten im Cottbus von heute.

Die 12. Klasse der Cottbuser Waldorfschule probt mit Dirk Ibbeken für "Linie 1". Foto: Elsner Musiklehrer Dirk Ibbeken hat gemeinsam mit der 12. Klasse der Waldorfschule Cottbus das bekannte Musical "Linie 1" in die Lausitz verlegt. Derzeit laufen wöchentliche musikalische Proben für das Drama über Leben und Überleben in der Großstadt, über Hoffnung und Anpassung, Mut und Selbstbetrug, das zum Lachen und Weinen, zum Träumen und zum Nachdenken über sich selbst anregt, im Musikraum der Schule. Ein Probenbesuch weckt Vorfreude auf die Inszenierung, mit der die musikalisch überdurchschnittlich begabten Zwölftklässler der Waldorfschule zeigen können, was in ihnen steckt. Die Ausarbeitung der Choreografie und eine gemeinsame Probenphase mit Musikpädagogik-Studenten der BTU sollen folgen. "Beim Frühlingsfest der Waldorfschule am 6. Mai wird es eine offene Probe geben, bei der jedermann willkommen ist", verspricht Dirk Ibbeken. Die Premiere ist für den 4. Juli, 19 Uhr, im Jugendkulturzentrum Glad-House geplant. Weitere Vorstellungen sollen am 5., 6. und 7. Juli folgen. Die Rolle der Jenny hat Clara Last übernommen. Die Lady wird von Aurisa Scheck gespielt, Jonas Kempe und Max Baensch sind Bambi und Kleister, die Maria gibt Pia Tomat, den Anmacher Alois Brunner und den alten Mann Hans Wünsche. Erarbeitung und Aufführung des Musicals ist der kultur-künstlerische Teil des Waldorfschul-Abschlusses. In Klasse 13 steht dann die Vorbereitung auf das Abitur im Mittelpunkt. Ausgesucht haben die Schüler das Stück gemeinsam mit ihrem Lehrer. Den meisten war ganz schnell klar, dass es etwas Musikalisches sein sollte. "Das hat viel mit der Waldorfschule zu tun", erläutert Gregor Vorwald. Schon in der 1. Klasse war das Singen wichtig. Von der 5. Klasse an hat jeder ein Instrument erlernt. Obwohl mehr als 30 Jahre alt, ist das Musical brandaktuell. "Drogenabhängigkeit, Schwarzfahrproblematik, Altersarmut, Anonymität der Großstadt, jugendliche Rebellion, das gibt es heute wie damals", betont Dirk Ibbeken. Dabei kommt das Stück ohne erhobenen Zeigefinger aus, sondern setzt auf eingängige Musik. Wenn in den Wochen vor der Premiere junge Leute an Cottbuser Straßenbahnhaltestellen plötzlich zu singen und tanzen beginnen, dann handelt es sich wahrscheinlich um die Darsteller von "Linie 1". "Wir unterstützen das Projekt, indem wir den Schülern die Möglichkeit geben, für die Aufführung zu werben", berichtet Christin Heldt, Unternehmenssprecherin von Cottbusverkehr. Das geschieht mit kleinen Spielszenen, die Lust machen sollen auf einen Besuch der Inszenierung. "Außerdem verleihen wir Straßenbahneruniformen, um die Aufführung noch authentischer zu machen und verkaufen Tickets in unserem Kundenzentrum", sagt Christin Heldt. Premiere: 4. Juli, 19 Uhr, im Glad-House.

Ulrike Elsner

Schüler stehen für Flüchtlinge ein

aus "Lausitzer Rundschau", 11. März 2017

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Foto: Elsner

Gruppenbild vor der Waldorfschule mit Wali, Simon Roskos, Vincent Rau, Rahel Wolkers, Anni Spiegelberg, David Lay, Nik, Noorodin, Gregor Vorwald, Nimatulla, der als afghanischer Flüchtling auch mit einer Abschiebung rechnen muss, sowie Lehrer Christian Wolf (v.l.n.r.). Foto: Elsner

Die einen sind in der Lausitz aufgewachsen – im Frieden und wohl behütet. Die anderen in Afghanistan und vor dem Krieg geflohen. Sie alle sind Waldorfschüler in Cottbus. Wer sie trifft, erkennt auf den ersten Blick: Diese jungen Leute verstehen sich und stehen füreinander ein. Die Rede ist von Wali, Nik Mohammad und Noorodin (alle 19) und ihren deutschen Mitschülern. Die drei jungen Afghanen, seit einem Jahr Waldorfschüler, sollen jetzt in ihr Herkunftsland abgeschoben werden. Was das bedeutet, beschreibt Wali so: "Wer zurückkehrt, gilt als Fahnenflüchtiger, wird gefoltert und umgebracht." Derzeit lernen acht Flüchtlinge an der Waldorfschule. Ein Iraker hat eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Die sieben Afghanen müssen jederzeit damit rechnen, abgeschoben zu werden. Nicht nur ihren Mitschülern will das nicht in den Kopf. "Wir haben zwei Kriegsländer, aber eines davon gilt plötzlich als sicheres Herkunftsland", wundert sich Geografielehrer Christian Wolf, der Wali und seine Landsleute aus dem Deutschkurs gut kennt. Die ersten Asylablehnungen waren ein einschneidendes Erlebnis für alle. "Seitdem befassen wir uns intensiv mit dem Thema", berichtet David Lay. "Wir können nicht einfach zuschauen, wie unsere Mitschüler abgeschoben werden." Die gesamte Oberstufe habe sich zu verschiedenen Protestaktionen zusammengefunden. Dazu gehören Unterschriftensammlungen sowie die Petition "Stoppt die Abschiebungen nach Afghanistan!" an Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf www.change.org. Als ein besonderes Problem erweist sich die Finanzierung der Rechtsanwälte für die Einsprüche gegen die Ausweisung. "Die Schule gibt 1000 Euro", berichtet Christian Wolf, "mehr können wir nicht leisten." Doch damit ist nur einem Flüchtling geholfen. Wie die anderen unterstützt werden können, darüber haben sich die Schüler Gedanken gemacht. "Wir haben Bands angeschrieben und ein Benefizkonzert im Muggefug organisiert", berichtet Anni Spiegelberg. Am Freitag, 17. März, 19 bis 22 Uhr, ist im Muggefug, Papitzer Straße 4, Feiern für einen guten Zweck angesagt. Warum sie sich für ihre afghanischen Mitschüler einsetzen, begründen die Elftklässler in einem von Anni Spiegelberg und Rahel Wolkers unterzeichneten "Extrablatt" so: "Mittlerweile haben sie trotz unglaublicher und vielleicht auch für uns nicht nachvollziehbarer, traumatischer Erlebnisse angefangen, sich einzuleben, auch mal zu lachen und zu verarbeiten." Es ist ein trauriger Bericht, den Wali über seine Kindheit in Kundus abgibt. Nur zwei Jahre lang konnte er zur Schule gehen. Dann haben die Taliban die Schule zerstört. Er saß zu Hause, bis im Alter von zehn Jahren sein Arbeitsleben in einem Restaurant begann. Wali möchte zunächst noch besser Deutsch lernen. Danach würde er gern ein Praktikum in einer Autowerkstatt machen und Automechaniker werden. Auch in einer Hotelküche zu helfen, kann sich der 19-Jährige gut vorstellen. Nik möchte Tischler werden und Noorodin träumt von einem Praktikum bei der Polizei. Mitschüler David Lay berichtet darüber, wie die 11. Klasse mit Wali feiert oder ihm den Stoff erklärt, den er verpasst, wenn er zum obligatorischen Sprachkurs muss. Und Simon Roskos sagt über Nik, der wie er die 13. Klasse besucht: "Er ist voll integriert, einfach ein Teil von uns."

Ulrike Elsner

Wo Kinder mit Bildern lernen

aus "Lausitzer Rundschau", 24. September 2016

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Die Freie Waldorfschule Cottbus war die erste ihrer Art im Land Brandenburg. Am kommenden Mittwoch ist es genau 25 Jahre her, dass sie in der Elisabeth-Wolf-Straße ihre Türen öffnete – für insgesamt 56 Kinder in vier Klassen. Heute lernen 305 Schüler der Klassen 1 bis 13 am neuen Standort in der Leipziger Straße.

Foto: Elsner

Thomas Harting, Barbara Hinze und Daniela Solyom – hier im Raum der 1. Klasse, erinnern sich an die Anfangszeit der Waldorfschule. Foto: Elsner

Was vor 25 Jahren mit 56 Schülern, acht Lehrern und zwei Horterziehern begann, ist längst zur Erfolgsgeschichte geworden. Die Waldorfschule ist die größte freie Schule in Cottbus und verfügt über einen eigenen Kindergarten, ein modernes Werkstattgebäude, eine Bibliothek und eine sanierte Turnhalle.

Horterzieherin Daniela Solyom und Lehrerin Barbara Hinze erinnern sich noch gut an die Anfangszeit. Den Anstoß haben damals Michael und Ursula Wittig gegeben, die noch heute an der Waldorfschule unterrichten und bereits in der DDR-Zeit die von Rudolf Steiner begründete anthroposophische Lehre, die der Waldorf-Pädagogik zugrunde liegt, gelebt haben.

Barbara Hinze war schnell klar, dass das genau das ist, was sie selbst auch wollte. 1980 hatte die Absolventin ihre erste Stelle als Lehrerin für Mathematik und Physik an der Lenin-Oberschule in Cottbus-Sachsendorf angetreten. "Fahnenappell und dass wir als gestandene junge Frauen FDJ-Blusen zu tragen hatten, fand ich einfach albern", erinnert sich die Pädagogin, die in der Station Junger Naturforscher und Techniker und später in der Krankenhausschule ihre Nische gefunden hat.

Beide Pädagoginnen erinnern sich gut an das erste Treffen der Leute, die sich 1990 auf den Weg gemacht haben, eine Alternative zur Staatsschule zu schaffen. Rund 200 Menschen waren gekommen, viel mehr als erwartet.

Das Besondere am Konzept der Waldorfschulen beschreibt Barbara Hinze so: "Man ist immer am Kind dran. Was Kinder in einem bestimmten Alter brauchen, geben wir ihnen." Unterricht dürfe erst dann beginnen, wenn die Kinder die körperliche Reife dafür haben, betont Daniela Solyom, und das sei mit sechseinhalb bis sieben Jahren der Fall. Die flexible Eingangsphase mache eine Wurzelklasse möglich, in der auf spielerische Weise grundlegende Fähigkeiten entwickelt werden, betont Thomas Harting, Geschäftsführer des Vereins Waldorf Cottbus.

Auch in den Folgejahren bleibt es bei diesem Herangehen. "Für das Lesenlernen ist es wichtig, mit der Sprache zu spielen", erläutert Daniela Solyom. Da wird nicht nur gesprochen und gesungen, sondern es werden Figuren gebacken, und in der Eurythmie (anthroposophische Bewegungskunst) wird den Dingen nachgespürt.

Elternängste, dass Kinder das Lesen nicht lernen, seien völlig unbegründet, versichert Jörg Tudyka, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit des Vereins Waldorf Cottbus. "Das Konzept geht auf, in der 3., 4. und 5. Klasse ist alles in kürzester Zeit da." Rhythmische Bewegung unterstütze zudem das Lernen. So beginnt auch Barbara Hinze, Klassenleiterin der 1. Klasse, den Unterricht mit einem halbstündigen Bewegungsteil, auf den der Lernteil folgt. "Man lebt mit den Kindern in Bildern", erläutert die erfahrene Lehrerin. Dazu gehört auch das besondere Tafelbild, das die Kinder ein paar Wochen begleitet. In der Waldorfpädagogik sei alles miteinander verbunden: Musisches, Handwerk und Wissen. Und ein Thema wird immer fächerübergreifend behandelt.

Der bewusste Verzicht auf visuelle Medien für die Jüngeren eröffne den Kindern die Möglichkeit, sich ihr eigenes Bild zu machen, betont Jörg Tudyka. Das fördere die Kreativität wie auch die Fähigkeit, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen.

Von Anfang an zeichne eine besonders aktive Elternschaft die Waldorfschule aus, betont Thomas Harting. "Zwischen Klassenlehrer, Erzieher und Eltern besteht ein Dreierbündnis." Die Tatsache, dass die ersten ehemaligen Schüler jetzt selbst Eltern von Waldorfschülern sind, ist für den Geschäftsführer ein Gradmesser für die Qualität der Bildung. Was aus den Absolventen geworden ist? "Das Spektrum reicht von Arzt über Pädagoge, Schauspieler und Geigenbauer bis Kapitän zur See und Dr. der Mathematik", so Jörg Tudyka.

Trotzdem sind bisher nicht alle Wünsche des Trägervereins aufgegangen. Auch wenn das Haupthaus innen in frischen Farben erstrahlt, Dach und Fassade warten dringend auf eine Sanierung.

Ulrike Elsner

Pressebeiträge / Archiv

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