Waldorf Cottbus e.V.

100 Jahre Waldorf - Wir waren dabei!
LIVESTREAM jetzt online

Über  diesen Link ist der Livestream vom 19. September 2019 aus dem Tempodrom online abrufbar:hier https://www.waldorf-100.org/livestream-aufzeichnung/ bzw. über Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCHcWrD-n5LO3ZRiTrHgaqUA

Der Auftritt unserer 4. Klasse im Vormittagsprogramm "See the world" startet ca. in der 39. Minute.

Hier nun einige Berichte zu Waldorf 100:

Waldorf 100 bewegt
Anlässlich des 100. Geburtstages der Waldorfschulbewegung fanden mehrere Veranstaltungen statt. Unter anderem waren mehrere Staffelstäbe durch ganz Deutschland unterwegs auf dem Weg nach Berlin.

 

Besuch aus Görlitz
Am Freitag, dem 23. August, brachten 13 Görlitzer Schüler mit ihren 3 Begleitern einen dieser Staffelstäbe zu uns nach Cottbus. Schüler unserer 9. Klasse bereiteten einen leckeren Imbiss vor und begrüßten mit einigen anderen Schülern unsere Gäste. Der Staffelstab hatte bereits mehrere Stationen passiert und jede Schule war mit ihrem Namen verewigt. Christian Rudolph (im Foto rechts, Foto: Jörg Tudyka), Lehrer an unserer Schule, nahm den Stab aus den Händen von Gregor Hommel, Lehrer der Görlitzer Waldorfschule, entgegen. Der Staffelstab bestand aus mehreren zusammengesteckten Holzstücken und war am Ende über einen Meter lang. Das Endstück drechselte Uwe Schiller in seiner Holzwerkstatt und Schüler der 12. Klasse entwarfen und schnitzten unser Zeichen.

 

Die Ochsentour –ein Reisebericht
Die Staffelstabübergabe von Cottbus nach Frankfurt (Oder) war beseelt von olympischem Geist. Sechsundzwanzig Olympioniken der Klassenstufen 5-13, ein kleines zweiköpfiges Betreuerteam und ein Versorgungsfahrzeug trafen sich am Donnerstagmorgen (05.09.2019) zum Unterrichtsbeginn vor der Schule, um von dort aus die Strecke von rund 90 km auf dem Drahtesel zu bewältigen. Ich hatte glücklicherweise in der Planungsphase Herrn Rudolph noch eine weitere Stunde Fahrzeit abtrotzen können und so wurde 16 Uhr als gewünschter Ankunftstermin festgelegt.
Die Fahrt in Kolonne durch Cottbus gestaltete sich bisweilen zwar als relativ chaotisch, dafür meisterten wir sie aber mit Bravour und das auch noch in Rekordzeit!
Die erste Etappe sollte uns nach Peitz führen. Die Schüler waren energiegeladen und in Höchstform. Mit dem Wind im Rücken und der Zeit im Nacken und nur getrübt von einem kurzen Nieselregen erreichten wir Peitz pünktlich. Dort erwartete uns erstmals das Versorgungsteam. Und wahrlich, wenn man nach körperlicher Anstrengung von einer eigens dafür umherfahrenden Mannschaft zur Nahrungsaufnahme erwartet wird, dann hat man tatsächlich das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Einige unserer Sportler wurden von diesem erhabenen Gefühl derart beflügelt, dass sie ihr Frühstück unbedingt auf der Privatmauer des angrenzenden Restaurants einnehmen mussten. Der Eigentümer nahm es gelassen, die Betreuer sowieso und die Schüler kannten kein Halten mehr. Weiter ging's.
Nach nur wenigen Metern wurde unser Elan jäh ausgebremst. Der erste platte Reifen des Tages. Trotz des Flickens im Eiltempo trieb uns der Zeitverlust Schweißperlen auf die Stirn. Das hieß nun: weniger Konzentration auf die spätsommerliche Pracht der Umgebung und dafür mehr auf die Beine. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich daraufhin Leistungsunterschiede bemerkbar machten. Große Lücken begannen im Feld zu klaffen. Nur Herr Rudolph hatte den absoluten Routenplan, und der fuhr vorn. Irgendwann gelangte die Nachhut an eine Kreuzung, bei der sich, bis auf einen Schüler, keiner so wirklich sicher war, wo dieser zuletzt gesehen ward, und dem folgten wir. Dank modernster Kommunikationsmittel stellten wir nach wenigen Kilometern fest, dass sich die Kolonne zu zwei Haufen entwickelt hatte. Wir befanden uns an unterschiedlichen Orten.
Über unwegsames Gelände durchquerten wir brandenburgischen Wald und waren bald wieder vereint. Die Odyssee hatte ihre Spuren hinterlassen. Erste Wehklagen waren zu vernehmen. Eine längere Pause hätten die Schüler wohl verdient gehabt, aber das ließ das Zeitfenster nicht zu. So begnügten wir uns mit Keksen und Kuchen der mobilen Einsatztruppe. Die Schüler ließen sich zwar motivieren, all ihre Räder jedoch nicht. Weitere Pannen verzögerten sowohl das Fortkommen auf der Landkarte als auch die Aussicht auf die lang ersehnte große Pause.
Mit letzter Kraft erreichten wir einen kleinen See inmitten von Feld und Flur. Die Sonne entschädigte für vieles. Einige ließen ihre Seele baumeln, andere baumelten mit ihren Füßen im Wasser und eine kleine Gruppe eiferte Tom Sawyer und Huckleberry Finn nach, indem sie ruderlos auf einem Floß über den See trieben. Wir erklärten sodann die Zeit vom Feind zum Freund und radelten weiter.
Die letzten beiden Etappen waren zwar nicht weniger beschwerlich als die vorangegangenen, aber mit dem Ziel in Sichtweite und ohne hausgemachten Zeitdruck ertrugen die Schüler auch die Schmerzen der vielen Kilometer, die hinter ihnen lagen. Das Highlight für die Meisten wird dabei sicher der Spielplatz gewesen sein, auf dem sie sich ein wenig austoben durften.
Völlig zersplittert in kleine Grüppchen, müde und glücklich erreichten wir mit nur 45minütiger Verspätung die Waldorfschule Frankfurt (Oder). Dort hatte man sehr lang ausharren müssen und dennoch standen sie, umrahmt von musikalischer Begleitung, für uns Spalier. Das Buffet war Weltklasse und unserer - zumindest gefühlten - Olympioniken würdig.

 

Regentropfen auf dem Tempelhofer Feld
Am Montag, dem 9.9., beim gemeinsamen Sporttag aller Berliner und Brandenburger Waldorfschulen, traf unser Staffelstab mit einem zweiten auf dem Tempelhofer Feld zusammen.
Anton aus der 6. Klasse schrieb dazu: Bei uns traf ein schön verzierter Stab, der ursprünglich ein Paddel war,ein. Schüler und Erwachsene unserer Schule brachten ihn mit dem Rad nach Frankfurt/Oder. Dann war er in Berlin gelandet. Nach einer Bahnfahrt bis Berlin Friedrichstraße und einer U-Bahnfahrt landeten wir nach einem gewaltigen Fußmarsch auf dem Tempelhofer Feld. Regen war unser ständiger Begleiter.

 

Mit dem Kanu unterwegs nach Berlin
Im Takt stechen die Paddel kraftvoll in den Fluss, das Wasser spritzt umher. Das Sonnenlicht bricht sich in den Tropfen. In den vorbeifliegenden Bäumen und Sträuchern hallt die Musik aus der Musikbox nach... - nun war das andere Kanu doch wieder schneller.
Zuerst waren es 20, dann 26 und am Donnerstag dann sogar 30 zurückgelegte Kilometer. Am ersten Abend in Lübben konnten sich die Schüler noch mit Chips und anderen Knabbereien in den Supermärkten eindecken. In Märkisch Buchholz gab es keine Möglichkeit zum Einkaufen und plötzlich wurde auch das selbst gekochte Abendessen fast alle.
Die Schüler gönnten sich tagsüber nur kurze Pausen, stets das nächste Etappenziel vor Augen. Zu welch einer Kraftanstrengung und Ausdauer sie fähig waren, war erstaunlich. Sichtlich erschöpft erreichten wir die Schleuse in Königs Wusterhausen. Hier lud Peter Schenker die Boote auf seinen Anhänger und war damit der Held des Tages –unser Retter.
Endlich wieder in der Zivilisation angekommen, war das erste Ziel der Dönerladen am Bahnhof und nach einer scheinbar endlos langen Bestellaufgabe waren alle glücklich. Der stets lächelnde Dönerverkäufer freute sich über das unerwartete Geschäft und die Schüler saßen zufrieden kauend und erleichtert lachend beieinander. Nun trennten uns nur noch ein paar S-Bahnstationen und ein einstündiger Fußmarsch vom warmen, kuscheligen Schlafsack.

 

Festveranstaltung in der Philharmonie
Oberstufenschüler von sämtlichen Waldorfschulen aus Berlin und Brandenburg begingen in der Berliner Philharmonie am 13.09.19 feierlich den 100. Jahrestag der ersten Gründung einer Waldorfschule. Fast unsere ganze Cottbuser Oberstufe war ebenso dort und feierte mit. Neben Grußworten von Vertretern des Waldorfschulvorstandes und der Politik zeigten Oberstufenschüler verschiedener Schulen Eurythmie zu Musik von 1919 und der Gegenwart. Imposant waren die Figuren und Kostüme im Zusammenspiel zu Igor Strawinskys „Der Feuervogel“.
Eine Podiumsdiskussion von Schülern mit dem Buchautor Philipp Hübl beschäftigte sich mit der eigenen Freiheit im Zeitalter der Digitalisierung, an der sich das Publikum über die digitale Plattform „Instagram“ mit Fragen einbringen konnte.
Ein weiterer Höhepunkt war eine Eurythmie-Aufführung in prachtvollen Kostümen von Gioia Falk und Eduardo Torres vom Goetheanum-Eurythmie-Ensemble in Dornach zu Trompetenmusik.

 

Waldorf 100 im Tempodrom
Am 19.9. beim Waldorf 100-Festival im Tempodrom trafen alle Staffelstäbe feierlich aufeinander. Bei der bundesweit übertragenen Festveranstaltung trat unsere 4. Klasse unter Begleitung von Barbara Hinze und Andrea Stender-Helbeck mit einem Schauspiel auf. Unsere Querflöten begleiteten eine Eurythmie-Aufführung von Schülern der Anni Heuser Schule aus Berlin. Dabei wurden leuchtende Kugeln über die Bühne auf Händen getragen und formten ein wunderschönes Bild. Acht Instrumentalisten unserer Schule wirkten im großen Sinfonieorchester mit und Barbara Mielke unterstützte zusammen mit sieben Schülern die Leiern. Die Leiergruppe wurde eigens für die Festveranstaltung gegründet und die Schüler lernten eifrig seit einigen Wochen das Spiel auf diesem Instrument.

Nächster Termin für unsere Schüler ist die Liederbörse am 21.11.19 mit allen Oberstufenchören Berlin Brandenburgs.

Impressionen von der Fahrradtour nach Frankfurt/Oder:

 

Die Berichte und Fotos stammen von Christian Rudolph (Lehrer), der Bericht "Ochsentour" von Michel Nagel (Vater und Vorstandsmitglied)

 

100 Jahre Waldorfschule: 1919 bis 2019

1919 wurde die erste Waldorfschule in Stuttgart gegründet – 2019 wird die "Waldorfschule“ 100 Jahre jung! Heute gibt es über 1.100 Waldorf- (oder Waldorf-inspirierte) Schulen und knapp 2.000 Waldorfkindergärten in rund 80 Ländern. Und es werden immer mehr. Das Jubiläum ist Anlass, die Waldorfschule zeitgemäß weiterzuentwickeln und ihre globale Dimension stärker ins Bewusstsein zu rücken. Mit vielen Projekten auf allen Kontinenten. Seid gespannt und seid dabei: 100 Jahre sind erst der Anfang.

Unsere Schule beteiligt sich am Sternlauf in der Festwoche im September. Die Berliner und Brandenburger Waldorfschulen „strömen“ ins Zentrum der Hauptstadt. Schüler, Lehrer, Eltern laufen zum Tempelhofer Feld und treffen sich dort am 9. September um 12 Uhr. Es soll der  Start für die öffentlichen Waldorf-Auftritte im September sein. Verantwortlich seitens unserer Schule zeichnet hier Lehrer Christian Rudolph (Foto: Tudyka). Einer der vier Staffelstäbe des Sternlaufs wurde uns, von der Waldorfschule Görlitz kommend, am 23. August übergeben und wird dann weitergetragen nach Frankfurt/Oder.

Unser Schulorchester wird gemeinsam mit anderen Schulorchestern am 19. September gemeinsam auf der Bühne im Tempodrom Berlin stehen. Verantwortlich für die Beteiligung unserer Schule zeichnet hier Musiklehrerin Barbara Mielke (Foto: Marlies Kross). Die Gesamtleitung hat der Berliner Waldorf-Musiklehrer Volker Hühne inne. Es sind zwei Vorführungen geplant, die einen künstlerischen Überblick geben werden, was in Waldorfschulen von der ersten bis zur zwölften Klasse passiert. Koordiniert wird das Projekt vom international tätigen Regisseur und Choreograph Rob Barendsma. Ein wesentlicher Bestandteil der Shows wird ein Orchester und ein Chor sein, das eine ganze Reihe bekannter und charakteristischer Stücke beitragen wird. Wir sind stolz, dass hier auch Schülerinnen und Schüler unserer Schule mitwirken werden. Dazu kommt eines der Wettbewerbsstücke, das eigens für Waldorf 100 komponiert wurde. Es dirigiert Yaron Traub,  Chefdirigent des  Orchesters de Valencia. Die beiden Aufführungen werden per  Livestream weltweit übertragen und anschließend auf YouTube zu sehen sein.


Einen Vorgeschmack auf die Festlichkeiten anlässlich Waldorf 100 gab es am 8. März,  als  unser Orchester  gemeinsam mit dem Orchester der Waldorfschule Kleinmachnow in der Cottbuser Oberkirche ein grandioses Konzert gaben.

Alle Veranstaltungen zu Waldorf 100 in Berlin-Brandenburg finden Sie hier:
https://www.waldorf.net/kalender-waldorf100/

Die Terminliste wird ständig aktualisiert.

 

 

 

Aus Anlass des Jubiläums gibt es einen dreiteiligen Kurzfilm „Learn to Change the World“, den sie sich hier anschauen können:

https://www.waldorf-100.org/waldorf-100-filme/

100 Jahre Waldorfbewegung in Deutschland - das bedeutet auch 100 Jahre Waldorf-Horte. Hier ein 15minütiger Film der Hortbewegung zum Jubiläum. Im Film ist übrigens auch unsere ehemalige Hortnerin Conny Lehmann zu erleben.

https://www.youtube.com/watch?v=ZWmO5_52-6A&feature=youtu.be